Mosel Mai 2021

Das Urlaubsjahr war leider wieder überschattet von Corona. Ursprünglich hatte ich meine Pilgerreise auf dem Jakobsweg von Köln nach Trier fortsetzen wollen, aber die hohen Inzidenzzahlen machten das unmöglich. Ein Studium der Karte des Robert-Koch-Instituts zeigte mir dann, dass ein Urlaub an der Mosel in der Pfingstwoche möglich ist, dort waren die Inzidenzen niedrig genug für Hotellerie und Außengastronomie. Da die Mosel ohnehin schön und außerdem ein echtes Wanderparadies ist, konnte ich mich sehr schnell mit dieser Alternative anfreunden. Leider war wie im letzten Jahr das Campen noch etwas schwierig ohne eigenes Komplettbad an Bord. Aber ich bin ja flexibel, also buchte ich eine kleine Ferienwohnung in Ediger-Eller.

Dieser Reisebericht wird nicht so ausführlich wie üblich, da ich eine Standortreise gemacht habe. Dennoch möchte ich meinen Lesern die schönen Wandermöglichkeiten an der Mosel nicht vorenthalten. Dafür gibt’s ein paar mehr Bilder. 😉

Unterkunft:
Weingut & Ferienwohnungen Thomas & Christa Kreuter
Osterlämmchen 1 – 3
56814 Ediger-Eller

Preis: pro Nacht ab 60 € (bei mind. vier Übernachtungen)
Website

Die Familie Kreuter bietet drei Ferienwohnungen an, die sich direkt neben dem Wohnhaus in einem dreistöckigen Gebäude befinden. Jede Wohnung hat ihren eigenen Eingang. Der Blick schweift über Ediger, die Mosel und die Berge ringsum. Ich hatte die Wohnung im Dachgeschoss. Diese hat zwar keine Geschirrspülmaschine 😉 aber sie ist sehr gemütlich und bietet den besten Ausblick. Die Ausstattung ist umfassend und alles ist ordentlich und sauber. Nur wenige Meter entfernt reckt sich der außergewöhnliche Kirchturm von Ediger in die Höhe, das Glockengeläut hört man also sehr gut. Mich hat das jedoch nie gestört, im Gegenteil.

Samstag, 22. Mai

Ich reise entspannt an die Mosel an und werde direkt von meinem Gastgeber, Herrn Kreuter, empfangen. Noch bevor ich die Ferienwohnung beziehe, darf ich mir einen Wein als Willkommensgeschenk aussuchen. Ich nehme einen Blanc de Noir, der mir jedoch leider ein wenig zu trocken ist, als dass ich davon eine Kiste mit nach Hause nehmen möchte.

Am Nachmittag drehe ich eine Runde durch Ediger, einen der schönsten Orte an der Mosel, mit vielen alten Stein- und Fachwerkhäusern. Der Kirchturm ist etwas ganz besonderes mit seinen vielen farbig gestalteten Verzierungen. Im Ort findet man außerdem einen Lebensmittelladen, mehrere Bäcker und natürlich viele Gastronomiebetriebe. Ediger hat außerdem einen Wohnmobilstellplatz.

Pfingstsonntag, 23. Mai

Der Tag ist perfekt zum Wandern, die Sonne lacht von einem strahlend blauen Himmel mit einigen Schön-Wetter-Wolken. Heute habe ich mir den „Hatzenporter Laysteig“ vorgenommen, einen von 26 „Traumpfaden“ rund um die Mosel.

Im Nachbartort Eller ist ein Bahnhof, dorthin laufe ich und fahre mit dem Zug umweltschonend nach Hatzenport. Direkt hinter dem dortigen Bahnhof ist der Einstieg in den Steig. Es geht steil bergan, manche Stellen sind sogar seilgesichert. Ist aber alles leicht zu bewältigen, auf dem Weg treffe ich auch auf einige Familien mit Kindern, die auf Schatzsuche – Geocaching – sind. Schmale Pfade führen durch die Weinberge, die Aussicht ins Moseltal ist herrlich. An der Rabenlay kann man diese nochmal ausführlich genießen, bevor es nun auf die Eifelhöhe geht und der Weg durch Wälder, an Feldern und Wiesen vorbei führt. Hier entdecke ich schöne Blumen und schaue Greif- und Singvögeln hinterher, die am Himmel ihre Kreise ziehen.

Dann wird ein Bachtal gequert, also einmal Abstieg und auf der anderen Seite wieder Aufstieg. Leider ziehen jetzt immer mehr Wolken auf, sodass doch noch der Regenschutz ausgepackt werden muss. Aber es verirren sich nur wenige Tropfen nach unten. Mit einem Mal eine scharfe Linkskurve und schon führt der Weg wieder hinab ins Moseltal. An einer Raststelle mit herrlichem Blick über den Fluss, mache ich endlich meine Pause. Ich bin schon fast am Ziel, nochmal geht es durch Weinberge und eine Wohnsiedlung. Dann will eine weitere Kletterstelle bezwungen werden und schon bin ich zurück am Bahnhof. Mit dem Zug geht es wieder zurück nach Eller.

Pfingstmontag, 24. Mai

Da heute Vormittag das Wetter noch trocken sein soll, gehe ich heute den Calmont Klettersteig. Auf Stahlbügeln rumturnen bei Regen wäre keine so gute Idee. Ich gehe früh los, hinter dem Bahnviadukt von Eller ist der Einstieg, diesmal brauche ich also weder Zug noch Auto. Den Calmont Klettersteig habe ich bereits zweimal gemacht, aber er macht immer wieder Spaß. Er führt durch Europas steilsten Weinberg und bietet herrliche Ausblicke auf das Moseltal und die malerische Ruine des Klosters Stuben.

Wie zu erwarten, ist viel los – Feiertag und gutes Wetter locken die Menschen in die Natur. Dank Corona haben ja auch einige das Wandern entdeckt, die es sonst vielleicht nicht machen würden. Dennoch verteilen sich die Massen an den Kletterstellen ganz gut, nur einmal wird es eng und man muss etwas warten. Der Klettersteig ist keine große Herausforderung, weshalb ihn jeder gehen kann, der trittsicher und schwindelfrei ist. Richtiges Schuhwerk sollte man aber schon haben, bitte keine Flipflops! Die Ausblicke sind natürlich auch wieder wunderschön, hat man doch eine der schönsten Moselschleifen direkt unter sich. Kurz vor dem Ende des Klettersteigs mache ich eine Pause mit Blick auf die Klosterruine Stuben.

Dann geht es runter nach Bremm, wo ich mir kurz die Kirche ansehe. Es folgt ein steiler und langer Anstieg zurück auf die Höhe, bis zum Gipfelkreuz. Jetzt kommt doch etwas Feuchtigkeit von oben, was den lehmigen Boden leicht glitschig werden lässt. Nach einer riesigen Anstrengung bin ich am Kreuz angekommen und verschnaufe mit tollstem Weitblick. Dann geht es ganz gemütlich und fast eben über den Calmont Höhenweg, der hier mit dem Moselhöhenweg und dem Moselsteig identisch ist. An dem Nachbau eines römischen Tempels haben Menschen jede Menge Steinfiguren gebaut. Hier oben sind inzwischen nicht mehr so viele Leute, ich kann die Waldeinsamkeit genießen. Und der Wald ist wirklich zauberhaft, immer wieder stehen um die Bäume größere Gruppen von kleinen weißen Blumen.

Zum Schluss nochmals eine Kletterpartie über nun etwas glitschigen Fels hinab zur Galgenlay. Den Aussichtspunkt „Todesangst“ (ja, er heißt wirklich so!) lasse ich diesmal weg, dort war ich beim letzten Mal schon. An der Galgenlay mache ich dann eine zweite Pause mit heißem Tee und Kuchen. Nun nur noch runter zum Bahnhof und durch Eller wieder zurück nach Ediger. Wieder ein schönes Erlebnis, der Calmonat Klettersteig. Beim nächsten Mal will ich den Rückweg durch das Ellerbachtal nehmen, damit wird die Runde etwas größer.

Dienstag, 25. Mai

Für heute ist fast nur Regen angesagt, also faulenze ich erstmal ein bisschen und gehe nachmittags im Nieselregen den „Kulturweg der Religionen“ rund um Ediger.

Über den Kreuzweg, der bereits 1488 angelegt wurde und dessen Bildstationen aus dem 18. Jahrhundert stammen, geht es steil bergauf zur Kreuzkapelle. Auch sie ist ein altes kleines Schmuckstück und birgt ein einzigartiges Relief: „Christus in der Kelter“.

Mehr Infos zum Kreuzweg und ein Bild des Reliefs findest du auf der Seite von Ediger-Eller.

Durch wunderschönen Laubwald geht es weiter, unterwegs finden sich immer wieder Tafeln mit Texten zu religiösen Weltanschauungen aus aller Welt. Sogar die keltische Götterwelt wird erwähnt, u.a. die keltische Göttin des Waldes, Arduinna, nach der die Ardennen in Belgien und Frankreich benannt sind. Durch ein Bachtal kehre ich zurück nach Ediger. Spazieren im Regen kann auch wirklich schön sein, ich mag das Geräusch, wenn die Tropfen auf die Blätter der Bäume fallen. Es sollte nur nicht zu stark regnen! 😉

Mittwoch, 26. Mai

Mit dem Wetter habe ich leider nicht so richtig Glück, der Vormittag bleibt regnerisch. Erst am frühen Nachmittag fahre ich in strömendem Regen nach Wierchem im Maifeld, um von dort den Traumpfad „Eltzer Burgpanorama“ zu erwandern.

Kaum auf dem Wanderparkplatz angekommen, hört es auf zu regnen und die Sonne scheint. Passt! Von hier kann ich die Wehrkirche von Münstermaifeld sehen. Durch schönen Laubwald und an Feldern des Maifeldes vorbei geht es in das Tal des Eltzbaches, das mich teilweise an die Wutachschlucht im Schwarzwald erinnert. An einem Aussichtspunkt finde ich drei leere Bierflaschen. Ich kann einfach nicht begreifen, dass manche Leute ihren Müll einfach liegen lassen. Und dieser ist ja immerhin noch bares Geld wert, wenn auch nicht so viel. Ich packe die Flaschen ein, 21 Cent und ein gutes Gewissen sind das bisschen zusätzliche Gewicht wert.

Nachdem ich scharf links abgebogen bin, steht sie plötzlich da: die Burg Eltz auf ihrem Felssporn, umrundet vom Eltzbach. Ein Bilderbuch-Anblick, mit blauem Himmel und Wattewölkchen. Besichtigen kann man sie derzeit zwar leider nicht, aber das ist nicht schlimm. Schon als Jugendliche habe ich sie mit der Familie besichtigt und kann mich noch gut daran erinnern. Einen Besuch kann ich absolut empfehlen! Weiter geht es am Bach entlang, wieder auf schmalen Pfaden. An einer Mühle biegt der Weg wieder ab, durch einen felsigen Krüppeleichenwald geht es steil bergauf. Eine herrliche Umgebung! Auf der Eifelhöhe geht es wieder durch Felder und Wiesen zurück zum Auto. Die Wanderung war wunderschön, aber auch sehr feucht, Hose und Schuhe haben eine hellbraune Schlammpackung erhalten.

Donnerstag, 27. Mai

Im Mai 2016 war ich zur Vorbereitung auf eine Wandertour durch Lappland vier Tage auf dem Moselsteig unterwegs. Damals ging ich von Bernkastel-Kues bis nach Zell. Jetzt möchte ich die nächsten Etappen angehen. Deshalb geht’s heute früh los, mit dem Zug nach Bullay, dann mit dem Bus weiter nach Zell. Hier starte ich am Schwarze-Katz-Brunnen – genau dort, wo ich 2016 geendet habe. Heute soll es von Zell nach Neef gehen.

Wie immer, muss man sich erstmal aus dem Tal auf die Höhe hinauf arbeiten. Der Collis-Steilpfad macht seiner Bezeichnung alle Ehre. Zum Teil kann man auch Kletterpassagen gehen, die mit Stahlbügeln und Drahtseil versehen sind. Da der erste Teil schon etwas knifflig ist und ich kein Klettersteigset dabei habe, gehe ich lieber den normalen Weg, der aber auch einige tolle Passagen über Fels bietet. Am Collis-Turm angekommen, kann man den Blick auf Zell genießen und währenddessen verschnaufen.

Nun führt der Weg eine Weile auf der Höhe durch Wald, später durch Weinberge. Leider ist es heute bedeckt, nieselig und kühl. Auf dem weiteren Weg kann ich auf die Stationen zurückblicken, die ich 2016 abgelaufen habe: den Turm auf dem Prinzenkopf und die Marienburg. Der Wald spielt heute die Hauptrolle, aber es wird nie langweilig, immer ist die Vegetation ein bisschen anders. Einmal geht es wieder in ein Seitental hinab und dann an einer Wasserrinne steil bergauf. Puh, dieser Anstieg ist ja fast schlimmer als alles, was ich in Südtirol erwandert habe!

Das Ziel Neef ist bereits in Sicht, aber die letzten Kilometer ziehen sich wie Kaugummi. An dem Gipfelkreuz über Neef genieße ich die Aussicht hinunter nach Ediger-Eller. Weiter unten ist eine schöne Rasttelle mit Blick auf Neef und Sankt Aldegund. Ein paar Sonnenstrahlen mogeln sich durch die Wolken und ich versuche, jeden einzelnen abzubekommen. Dann schaue ich mir noch die Petersbergkapelle mit ihrem Friedhof an, ein schöner Ort der Ruhe. Zuletzt geht es über Asphalt durch die Weinberge hinunter nach Neef. Dort steige ich in den Zug und fahre zwei Minuten – Tunnel, Brücke – und bin schon wieder in Eller. Von dort wieder zu Fuß zurück zur Ferienwohnung in Ediger.

Freitag, 28. Mai

Da ich am Montag bei der Tour über den Calmont ein gutes Stück der Moselsteigetappe von Neef nach Ediger gegangen bin, lasse ich diese aus und mache direkt mit der nächsten weiter: von Ediger nach Beilstein.

Diesmal beginnt der Weg also fast direkt vor der temporären Haustür. Ich gehe das Bachtal hinauf, durch das ich beim „Kulturweg der Religionen“ hinunter gegangen bin, dann biegt der Moselsteig rechts ab. Hier bemerke ich einige dickere Äste, die in größeren Abständen quer über dem Weg liegen. Ich frage mich, was das soll. Als einzige Lösung kommt mir in den Sinn, dass hier jemand die Fahrradfahrer ärgern will, die ja auch zunehmend die Wanderwege nutzen, vor allem die Mountainbiker. Ich kann ja nachvollziehen, dass mancher sich von brachial durch den Wald bretternden Bikern gestört fühlt, geht mir auch oft so. Aber durch das Auslegen von Hindernissen Unfälle zu provozieren, geht eindeutig zu weit! Ich räume die Äste beiseite und setze meinen Weg fort.

Bei schönstem Sonnenschein geht es durch die Weinberge. Dann kommt der Abzweig zu den Römergräbern von Nehren, ein Abstecher von 800 Metern, der sich wirklich lohnt! Zu besichtigen ist die am besten erhaltene Gewölbemalerei nördlich der Alpen, die darüber liegenden Grabdenkmäler wurden rekonstruiert. Die Grabkammer selbst ist etwas schwer zu sehen, zunächst muss man wissen, wo sie liegt, dann den Lichtschalter finden (es gibt nämlich einen) und dann die Reflektionen auf der Scheibe minimieren, durch die man schaut. Der Blick von hier oben ist herrlich, mit ein bisschen Fantasie kann man sich weiter unten in den Weinfeldern das römische Landhaus („villa rustica“) vorstellen, zu dem die Gräber gehörten.

Zurück zum Moselsteig und nun bergab nach Senhals und über die Brücke nach Senheim. Hier geht es wieder bergauf, in die Weinberge. Ich sehe Schilder, die auf einen Steig hinweisen, dieses Schmankerl spare ich mir jedoch für ein anderes Mal auf. Oberhalb von Mesenich läuft man zwischen verschiedensten Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien („Kulturweg Mesenicher Steinreichskäpp“). Das Glücksrad probiere ich natürlich aus und der Treffer ist durchaus passend – ich muss also aufpassen. 😉

Weiter durch die Weinberge und vorbei an einer kleinen Kapelle geht es in die „Briederner Schweiz“, ein herrliches Wegstück durch einen steilen, bewaldeten Hang mit unterschiedlichster Vegetation und einigen Felsen. Ein Weg ganz nach meinem Geschmack! Ein paar umgestürzte Bäume und Äste liegen im Weg, das ist das Salz in der Suppe! Oberhalb von Beilstein erreiche ich den alten jüdischen Friedhof, der sehr verwunschen wirkt. Die verwitterten Steine sind efeuumrankt und stehen im Schatten großer Laubbäume. Ein Friedhof im wahrsten Wortsinne. Nur wenige Meter weiter kommt die Burgruine Metternich in Sicht, die über Beilstein thront. Abstieg in den pittoresken Ort und schon ist das Ende der Wanderung erreicht.

Ich setze mich am Moselufer auf ein Mäuerchen und lasse mir die Jause schmecken. Dann setze ich mit der Fähre nach Ellenz-Poltersdorf über, steige dort in den Bus und fahre zurück nach Ediger.

Samstag, 29. Mai

Heute steht die letzte große Wanderung an, die Moselsteigetappe von Beilstein nach Cochem.

So, wie ich gestern von Beilstein zurückgekommen bin, fahre ich heute hin: erst mit dem Bus bis Ellenz-Poltersdorf und dann mit der Fähre auf die andere Moselseite. Am heutigen Samstag mit Kaiserwetter sind schon wieder deutlich mehr Wanderer unterwegs als in den letzten Tagen. Hinauf geht es in die Weinberge über Beilstein. Die Wege sind hier teils sehr schmal und enge Treppen führen den Hang hinauf, es gibt sogar ein Warnschild. Wieder ein herrlicher Weg, der die Fortsetzung der Briederner Schweiz zu sein scheint.

Dann geht es hinab nach Fankel, dessen alter Ortskern mich total überrascht. Im Nachbarort Bruttig war ich schon des Öfteren auf dem Campingplatz, war mir aber nie bewusst, dass Fankel auch so hübsch ist. In Bruttig geht es über die Wiese der Moselpromenade, hinter dem Ort führt der Weg wieder in die Weinberge. Nun folgt einer der schönsten Abschnitte der bisherigen Etappen: ein schmales Bachtal steil hinauf. Die Strecke ist nur ca. ein Kilometer lang, aber aufgrund der Steilheit des Geländes wirkt sie viel länger. Der Weg windet sich in Kurven durch schönen frischgrünen Laubwald und so manches Brückchen muss überquert werden.

Als ich die Höhe erreicht habe, mache ich einen Abstecher zum Eisernen Mast, der perfekte Ort mit Aussicht für die Mittagspause. Der Blick reicht von Valwig rechter Hand bis nach Fankel linker Hand. Weiter durch Wald und an Wiesen vorbei komme ich nach Valwigerberg, wo eine wunderschöne 600jährige Eiche steht. Von hier geht es etwas bergab und der Weg führt auf halber Höhe weiter durch Wald. Als ein Schild mit der Aufschrift „Brauselay“ nach oben rechts weist, muss ich mich entscheiden: soll ich hinauflaufen und die Brauselay von oben genießen? Oder „nur“ von unten gucken, indem ich dem normalen Weg folge? Ich entscheide mich für beides. 🙂

Also hinauf, ein steiler Anstieg und dann ein scheinbar nicht enden wollender Weg bis zur Spitze des steilen Felsens. Die Aussicht ist klasse und schreit nach einer kleinen Pause. Von hier sehe ich schon die Reichsburg, die über Cochem thront. Anschließend gehe ich den Weg wieder zurück und folge weiter dem Moselsteig, der nun über sehr schmale Pfade durch die Weinberge unterhalb der Brauselay führt. Dann geht es nur noch über Asphalt nach Cochem, über die Brücke zum Endertplatz, wo das Ende der Etappe erreicht ist. Jetzt habe ich mir ein Eis verdient! Mit dem Zug geht es wieder zurück nach Eller.

Sonntag, 30. Mai

Die Woche ist leider schon wieder rum! Aber den letzten Tag koste ich noch aus. Nachdem ich alles gepackt habe und die Ferienwohnung bezahlt ist, fahre ich oberhalb von Bruttig zu einem Wanderparkplatz (50°08’54.8″N 7°15’31.0″E oder 50.148557, 7.258597), von wo aus ein archäologischer Wanderweg startet. Mit seinen 2,5 Kilometern ist es eher ein Spaziergang. 😉 Zu sehen gibt es mehrere Hügelgräber aus keltischer und Urnenfelderzeit, eine hochmittelalterliche Landwehr und der Weg führt über eine alte Römerstraße. Also mehrere interessante Epochen direkt beieinander. Dann fahre ich weiter zu einem Rastplatz an der Mosel, wo ich im Sonnenschein lese und Kaffee trinke. Erst am späten Nachmittag fahre ich nach Hause.

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