Sommerurlaub Eifel 2018 – 1. Teil

Eigentlich bin ich ein ziemlicher Kontrollfreak, der es liebt, Pläne auszuarbeiten, wann es wohin geht und was besichtigt oder gemacht wird. Dieses Mal habe ich mich selbst zu Spontaneität gezwungen und nur das Wochenende in Cochem geplant und den CP reserviert. Für alles andere galt das Motto: mal schauen, was sich so ergibt! Und das hat mir richtig gut getan, es war so entspannend, einfach in den Tag hinein zu leben und morgens noch nicht zu wissen, wo man abends sein würde. Echte Entschleunigung!

Freitag, 3. August

Um 18:30 Uhr starte ich gen Mosel. Ich freue mich wahnsinnig, wieder mit meinem Camper unterwegs zu sein! Ich komme super voran, um 20:30 Uhr fahre ich auf den CP Schausten in Cochem. Ich stelle mich neben einen anderen Berlingo, mit dem bewohnenden Paar entwickelt sich ein Fachgespräch und ich drücke ihnen meine Visitenkarte in die Hand, weil sie von den Aluprofilen so angetan sind. Da der CP in einem Seitental der Mosel und auch noch an einem Bach liegt, geht hier eine angenehm kühle Brise. Denn ich habe für meinen Urlaub die heißeste Woche des Sommers erwischt! Gegen halb zehn gibt’s Abendessen, Einweihung der neuen Campingmöbel: Stuhl und Tisch, die sehr klein zusammenfaltbar sind. Beides super!

Übernachtung:
Campingplatz Schausten (Details siehe nächster Tag)

Samstag, 4. August

Heute steht das Burgfest auf meinem Programm, ein Mittelaltermarkt auf der Reichsburg Cochem. Dafür habe ich extra meine selbst von Hand genähte Gewandung mitgenommen. Insgesamt halte ich mich viereinhalb Stunden auf dem Markt auf. Ich unterhalte mich mit dem Schmied, höre den Spielleuten von „Spectaculatius“ mehrere Male zu und stöbere in den Auslagen der Händler. Nach viel Unterhaltung, erfolgreichem Shoppen und reichlich Speis und Trank verlasse ich um kurz nach drei die Burg, es wird jetzt zu heiß.

Den Nachmittag verbringe ich schreibend und lesend, bei der Hitze sollte man sich nicht allzu viel bewegen. Das Abendessen lasse ich  mir in Cochem-Cond (auf der anderen Moselseite) im „Weinhexenkeller“ schmecken. Ich trinke einen Riesling Hochgewächs, wie es sich für einen Aufenthalt an der Mosel gehört. Der Blick auf die Mosel ist sehr schön und die Abendsonne verbreitet eine herrlich entspannte Stimmung.

Essen:
Hotel zur Weinhexe – Hexenweinkeller
Hafenstr. 1
56812 Cochem
www.weinhexe.com

Schöne, baumbestandene Terrasse mit Blick auf die Cochemer Moselpromenade und die Reichsburg. Gute Auswahl an Speisen und Wein, nette Bedienung.

Auf dem Weg zurück ins Enderttal gehe ich spontan die Treppen zum Karmeliterinnenkloster hoch und lande an einem Friedhof, der direkt an der alten Stadtmauer liegt. Von hier gehe ich viele Treppen und schmale Gässchen und entdecke verwunschene Eckchen. Eine ganz andere Seite von Cochem! Denn an der Haupt-Touristenmeile überwiegen Kneipen, Lärm und Alkohol. Früher war’s hier noch beschaulicher … Beim zweiten Versuch, nach Hause zu gehen, entdecke ich eine Katze, die es sich auf einem Stromkasten gemütlich gemacht hat. Natürlich kann ich nicht umhin, einen Versuch zu starten, sie zu streicheln. Eine Dame am Fenster klärt mich dann auf, dass der Kater Pino heißt und einer Bekannten von ihr gehöre. Pino sei ein Star, da fast jeder, der vorbei kommt, ihn fotografiert und die Bilder werden dann bei Instagram und Co. eingestellt. Während wir uns unterhalten, fotografieren immer mehr Leute den Kater.

Übernachtung:
Campingplatz Schausten
Endertstr. 124
56812 Cochem
www.camping-cochem.de

Kleiner, aber feiner Platz im engen und tiefen Enderttal, das Zentrum von Cochem ist innerhalb von zehn bis 15 Minuten fußläufig erreichbar. Die Sanitäranlagen sind einfach, aber zweckmäßig und sauber. Die Rezeption ist gleichzeitig Mini-Markt, Kneipe, Frühstücksraum für Pensionsgäste sowie Gaststätte und davor gibt’s einen Biergarten. Die Besitzer sind supernett und einem Pläuschchen nicht abgeneigt. Es gibt auch Ferienwohnungen.

Preis:
21,00 € für zwei Nächte

Sonntag, 5. August

Ich verabschiede mich mit Lob für den Platz und um kurz nach zehn Uhr fahre ich los. Es geht nun nach Monreal. Die Strecke führt über Landstraßen mit Blick über Felder und Vulkankegel. Hinab nach Monreal geht es über Serpentinen. Am Bahnhof stelle ich das Auto ab, zu Fuß geht es an der Eltz entlang in den Ort. Mal wieder bin ich auf dem Jakobsweg! In der hübschen kleinen Kirche gibt es sogar einen Stempel und ein Pilgerbuch. Ich bekomme sofort wieder Lust, zu pilgern! Dann entdecke ich ein Schild „zu den Burgen“ und erklimme spontan den Berg – in Sandalen. Schöne Gemäuer, Klettermöglichkeiten, tolle Aussicht. Auch hinauf auf den Burgfried, trotz dunkler Treppen. Im Ort dann Fachwerkidylle pur. Um zwölf lausche ich den Kirchenglocken. Nun macht auch der Buchladen auf, den ich vorhin schon entdeckt hatte. Dieser ist wirklich schnuckelig. Und natürlich finde ich was: einen Wanderführer für entspannte Touren durch die Eifel – passt perfekt! Drei der vorgestellten Wanderungen werde ich in diesem Urlaub direkt einer Begutachtung unterziehen.

Buchtipp:
Müller, Karl-Georg: Wanderungen für die Seele – Wohlfühlwege Eifel.
ISBN 978-3-7700-1566-5
16,99 €

Nun ist es auch eine gute Zeit für Kuchen, ich setze mich ins Café Plüsch, wo ich mir einen leckeren warmen Apfelkuchen mit Sahne und Walnusseis schmecken lasse. Das Interieur ist richtig heimelig: manche Tische sind ehemalige Nähmaschinentische, es gibt Korbgeflecht-Stühle, ein altes Sofa, einen Kachelofen, offenes Fachwerk. Herrlich!

Kaffee und Kuchen:
Café Plüsch
Obertorstraße 14
56729 Monreal
Facebook-Seite

Sehr hübsch eingerichtetes Café mit guter Auswahl an selbstgebackenen Kuchen, deftigen Snacks und Getränken. Nachdem ich draußen sitzend einen Wespenstich abbekommen hatte, leistete man mir „Erste Hilfe“, indem die Bedienung mir Eiswürfel im Geschirrtuch zum Kühlen brachte. Dafür gab’s natürlich ein Extra-Trinkgeld!

Am Nachmittag erreiche ich den CP am Pulvermaar. Dort mache ich es mir im Schatten vor dem Auto gemütlich und lese Prospekte und das neue Wanderbuch. Am Abend ein Spaziergang um das Pulvermaar. Eine nette kleine Runde. Zurück am Platz, setze ich mich noch vors Auto und schreibe im Zwielicht. Am Himmel im Südosten kann ich den Mars rötlich leuchten sehen!

Übernachtung:
Feriendorf „Pulvermaar“
Vulkanstraße/Auf der Maarhöhe
54558 Gillenfeld
www.feriendorf-pulvermaar.de

Große Ferienanlage mit Campingplatz, Bungalows und Wohnmobilstellplatz. Außerdem Kiosk, Gaststätte, kleine Touristinfo. Er liegt auf dem „Kraterrand“ und viele große Bäume spenden Schatten. Am Pulvermaar gibt es ein Naturfreibad, das in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen ist. Die Sanitäranlagen sind sauber und ordentlich.

Preis:
9,50 €

Montag, 6. August

Nachdem ich den Vormittag damit verbracht habe, einen neuen Wandler (230 V auf 12 V für meine Kühlbox) zu bekommen, da meiner defekt zu sein scheint, dieses Vorhaben aber erfolglos blieb, geht es am Nachmittag nach Gerolstein. Die Strecke über Land ist herrlich, ich fühle mich ständig wie in Frankreich! Gegen 14 Uhr erreiche ich die Stadt mit dem bekannten Mineralwasser und parke im Zentrum. Am Bahnhof in der Touristinfo hole ich mir CP-Tipps. Dann geht’s auf zur Wanderung auf dem Gerolsteiner Felsenpfad (Tour Nr. 7 im Buch). Ich gehe ihn allerdings anders herum als beschrieben. Nach dem Erklimmen des Berges stehe ich vor riesigen Felsen aus Dolomit, die 380 Millionen Jahre zuvor noch ein Korallenriff im Meer waren. Unvorstellbar! Dazwischen schöne große Buchen. Eine traumhafte Landschaft. Meistens geht es durch Wald, aber ab und zu auch über Felder, wo mir die Sonne auf den Pelz brennt. Zwischendurch habe ich Blick auf das Werksgelände von Gerolsteiner. An der Kasselburg ist mir der Eintritt für den Wildpark zu teuer, zumal die Fütterung der Wölfe schon vorbei ist, das hätte mich am meisten interessiert. Außerdem möchte ich bald ankommen. Die Strecke ist zwar nur ca. acht Kilometer lang, aber bei der Hitze fühlt sich jeder Kilometer wie zwei an. Als ich wieder in Gerolstein bin, gibt es erstmal ein Eis, das tut gut!

Ich entschließe mich, zum CP in Müllenborn zu fahren. Um kurz nach sechs erreiche ich den CP, ich bekomme einen Platz direkt am Bach, noch sonnig, aber nicht mehr lang. Als ich am Auto gerade klar Schiff mache, spricht mich das niederländische Nachbarpärchen an, sie würden gern mein Auto näher sehen – aber gerne doch! Sie sind voll des Lobes und sehr nett. Sie gehen dann zur platzeigenen Gaststätte, um noch ein Glas Wein zu trinken. Ich folge wenig später, um dort zu Abend zu essen. Das Weizenbier tut richtig gut! Dann zurück zum Auto, das NL-Paar verabschiedet sich, da sie morgen früh wegfahren, und wünscht mir weiter Gute Reise.

Essen und Übernachtung:
Campingplatz Oosbachtal
Müllenborner Str. 31
54568 Gerolstein
www.camping-oosbachtal.de

Familiengeführter Platz, der auf den ersten Blick etwas „unorganisiert“ wirkt, aber eindeutig Wohlfühlcharakter hat. Die Sanitäranlagen sind kreativ im Untergeschoss des Wohnhauses untergebracht, Rezeption und Gaststätte sind quasi eine Blockhütte, davor ein Biergarten, wo man den Tag gemütlich beschließen kann. Hier geht alles geruhsam und nett zu.

Preis:
12,00 €

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